Volksbank Mittlerer Neckar Logo
Geschäftsjahr 2025

Bericht des Vorstands

Unsere Volksbank Mittlerer Neckar eG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück – trotz andauernder herausfordernder Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse unterstreichen die wirtschaftliche Stärke unseres Hauses ebenso wie die nachhaltige Ausrichtung auf Mitglieder, Kunden, Mitarbeitende und die Region.

Konjunktur in Deutschland

Im Jahr 2025 konnte sich die deutsche Wirtschaft noch nicht aus der ausgeprägten Schwächephase der Vorjahre befreien. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hat sich jedoch etwas gefestigt. So stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt leicht um 0,2 Prozent, nachdem es in den beiden Vorjahren noch jeweils leicht gesunken war.

Zwar hat sich die wirtschaftliche Stimmung zu Jahresbeginn aufgehellt, befördert vor allem durch die erwarteten Ausgabensteigerungen der neu gewählten Bundesregierung für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz. Eine nachhaltige Konjunkturbelebung blieb jedoch erneut aus. Die Gemengelage aus hohen weltwirtschaftlichen Unsicherheiten – unter anderem verursacht durch die unberechenbare US-Handelspolitik – und anhaltenden inländischen Strukturproblemen, wie den Bürokratielasten und dem allgemeinen Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit, dämpfte die Konjunktur.

Nach den kräftigen Preissteigerungen in den Jahren 2021 bis 2023 hat sich die Preisentwicklung im Jahr 2025 weiter stabilisiert. Im Jahresdurchschnitt legte der Verbraucherpreisindex um 2,2 Prozent zu und damit im gleichen Maße wie 2024. Innerhalb des Jahres schwankte die Inflationsrate leicht um diesen Wert, wobei mit 2,4 Prozent im September und 1,8 Prozent im Dezember die höchsten und niedrigsten Monatsraten in der zweiten Jahreshälfte erreicht wurden.

Finanzmärkte: Positive Entwicklung und DAX-Allzeithoch

Die politischen Unsicherheiten blieben auch im Jahr 2025 erhöht und erreichten sogar neue Höchststände. Ein wesentlicher Beitrag dazu lag bei der seit Jahresanfang regierenden US-Administration, die unter anderem durch umfassende Zollandrohungen und -erhebungen gegenüber vielen Handelspartnern für weltweite Verunsicherung sorgte. Auch der weiterhin andauernde Krieg in der Ukraine und die Eskalation des Nahostkonflikts trugen dazu bei. Die neue Bundesregierung in Deutschland und die Ankündigung umfassender Fiskalausgaben wurden an den Finanzmärkten aufgrund günstigerer Wachstumsaussichten positiv aufgenommen. Die weiteren Zinssenkungen der Notenbanken und anhaltende Hoffnungen auf Produktivitätseffekte durch Künstliche Intelligenz sorgten zusätzlich für Kursanstiege.

Das Jahr 2025 verlief für die Aktienmärkte erneut positiv. Viele wichtige Aktienindizes konnten neue Rekordstände erreichen. Angesichts der anhaltenden globalen Krisenherde übertraf die positive Entwicklung dank Faktoren wie KI-Hoffnungen und expansiver Fiskalpolitik vielerorts erneut die Erwartungen. Der DAX startete mit 19.909 Punkten ins Jahr und bewegte sich bis zu den US-amerikanischen Zollankündigungen in einer Aufwärtsbewegung. Der deutlichen Korrektur im April folgte eine ebenso deutliche Erholung auf über 24.000 Zähler im Mai. In der zweiten Jahreshälfte ging der DAX in eine Seitwärtsbewegung über und beendete das Jahr bei 24.490 Punkten.

Regionale Entwicklung

Das Jahr 2025 war für die baden-württembergische Wirtschaft von erheblichen wirtschaftlichen Turbulenzen geprägt. Vor allem die Industrie, sowie stark exportorientierte Unternehmen standen unter spürbarem internationalem Druck. Ein wesentlicher Auslöser hierfür war die erneut unbeständig geführte Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Auch weiterhin zählen die Vereinigten Staaten zu den wichtigsten Handelspartnern der regionalen Wirtschaft. Die Entwicklungen des vergangenen Jahres machen jedoch deutlich, dass Deutschland und Europa ihre außenwirtschaftliche Ausrichtung neu justieren müssen. Der Abschluss neuer Handelsabkommen, etwa das Mercosur-Abkommen, soll zusätzliche Absatzimpulse setzen und neue Marktpotenziale erschließen.

Gleichwohl bleiben die strukturellen Herausforderungen erheblich: Die Unternehmen stehen unter hohem Transformationsdruck, die Standort- und Energiekosten verharren auf einem erhöhten Niveau, und die schwache Nachfrage im In- und Ausland verschärft die konjunkturelle Lage zusätzlich. Hinzu tritt ein zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck – insbesondere aus China, welche vergleichbare Produkte häufig zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten.

Branchenbezogene Entwicklung

In dem gesamtwirtschaftlichen herausfordernden Umfeld setzten die 646 Volksbanken und Raiffeisenbanken mit ihren über 30 Millionen Privat- und Firmenkunden ihren Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2025 im Kredit- und Einlagengeschäft fort. Im Vergleich zum Vorjahr legte das Kreditgeschäft eine positivere Entwicklung hin.

Die bilanziellen Kundenforderungen nahmen im Geschäftsjahr 2025 um 30 Milliarden Euro auf 827 Milliarden Euro zu (+ 3,8 Prozent) und übertrafen damit den bereits robusten Vorjahreszuwachs (+2,6 Prozent im Jahr 2024). Treiber der Entwicklung waren insbesondere langfristige Finanzierungen. Auch das Einlagengeschäft der Genossenschaftsbanken verzeichnete ein solides Plus. Es erreichte zum Jahresende 925 Milliarden Euro (+3,7 Prozent). Die addierte Bilanzsumme aller Genossenschaftsbanken erhöhte sich um 32 Milliarden Euro auf 1.240 Milliarden Euro (+2,7 Prozent).

Die Genossenschaftsbanken haben im Jahr 2025 ihre verlässliche Eigenkapitalbasis, die die unverzichtbare Grundlage einer soliden Geschäftspolitik widerspiegelt, weiter gestärkt. Das bilanzielle Eigenkapital stieg um 2 Milliarden Euro oder 3,7 Prozent auf 69 Milliarden Euro. Sowohl ein Anstieg der Rücklagen als auch die Erhöhung der Geschäftsguthaben leisteten hierzu einen Beitrag. Die Rücklagen legten um 3,3 Prozent auf 50 Milliarden Euro zu, die Geschäftsguthaben wuchsen um 4,8 Prozent auf 19 Milliarden Euro.

Entwicklung der Volksbank Mittlerer Neckar eG

Auch wenn sich die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2025 etwas stabilisiert hat, bleibt das wirtschaftliche Umfeld insgesamt weiterhin geprägt von globalen wirtschafts- und geopolitischen Unsicherheiten und Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund konnte unsere Volksbank Mittlerer Neckar eG auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein über dem Planwert liegendes ordentliches Betriebsergebnis vor Bewertung erzielen. Sowohl im Kreditgeschäft als auch im Einlagengeschäft konnten Zuwächse erzielt werden, sodass wir insgesamt auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2025 zurückblicken.

Kundenvolumen und Bilanzsumme steigend

Alle Geldanlagen und Kredite unserer Bank sowie die bei den Partnerunternehmen – hierzu zählen zum Beispiel der Fonds-Anbieter Union Investment, die R+V Versicherung oder die Bausparkasse Schwäbisch Hall – ergeben zusammen ein betreutes Gesamtkundenvolumen von 14 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Plus von 3,9 Prozent. Die Bilanzsumme nahm um 3,0 Prozent auf 6,1 Mrd. Euro zu.

Kreditgeschäft: stabiles Wachstum trotz anhaltender Unsicherheiten

Unser Kreditgeschäft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2025 sehr dynamisch. Die Kundenforderungen stiegen um 4,4 Prozent bzw. 195 Mio. Euro auf 4,6 Mrd. Euro. Die Zuwächse entfielen dabei zu rund einem Viertel auf Neuvergaben im Firmenkundengeschäft sowie zu gut drei Vierteln auf Neufinanzierungen im Privatkundenbereich. Besonders im Segment der Wohnbaufinanzierung zeigte sich weiterhin eine Aufwärtsbewegung.

Als genossenschaftliche Regionalbank standen wir darüber hinaus unseren Gewerbe- und Firmenkunden auch in herausfordernden Zeiten verlässlich zur Seite. Vor dem Hintergrund zunehmender wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten erhöhte sich insbesondere im Firmenkundenbereich die Nachfrage nach Liquiditätsfinanzierungen und Kreditlinien, was die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft erneut unterstreicht.

Kundeneinlagen: Klassische Sparanlagen und Termingelder weiter gefragt

Im Einlagengeschäft konnten wir ebenfalls ein solides Wachstum verzeichnen. Die Kundeneinlagen stiegen um 3 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro. Getragen wurde die Entwicklung vor allem von täglich fälligen Einlagen. Die Kunden bevorzugten ein hohes Maß an Liquidität. Dies führte zu einer Verschiebung innerhalb der Einlagenstruktur zugunsten kurzfristiger Geldanlagen. Weiterhin sind klassische Sparanlagen und festverzinsliche Produkte wie zum Beispiel Termineinlagen bei den Kunden gefragt.

Ertragskraft weiter verbessert

Auch auf der Ertragsseite konnten wir im Geschäftsjahr 2025 überzeugen: Der Zinsüberschuss stieg auf 106,8 Mio. Euro, was einem Wachstum von 5,9 Prozent entspricht. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 10,1 Prozent auf 41 Mio. Euro. Dies zeigt die zunehmende Bedeutung des Dienstleistungs- und Beratungsangebots, insbesondere in den Bereichen Zahlungsverkehr, Wertpapiergeschäft und Verbundprodukte.

Dem gegenüber stand ein Verwaltungsaufwand von 90,2 Mio. Euro, der um 3,9 Prozent anstieg. Die Kostenentwicklung ist vor allem auf Investitionen in Personal, Digitalisierung und Infrastruktur zurückzuführen und wird zugleich als notwendige Voraussetzung für nachhaltige Qualitätssicherung gesehen.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung entwickelte sich sehr erfreulich und stieg um 14,0 Prozent auf 62,2 Mio. Euro. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit lag mit 44,9 Mio. Euro zwar unter dem Vorjahreswert, blieb jedoch weiterhin auf einem soliden Niveau. Nach Steuern konnte ein Jahresüberschuss von 9,4 Mio. Euro erzielt werden. Der Rückgang des Ergebnisses der normalen Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen auf eine deutliche Verschlechterung des Bewertungsergebnisses um 59,6 Mio. Euro zurückzuführen. Maßgeblich hierfür war ein negativer Gesamtbeitrag aus der Bewertung der Kundenforderungen in Höhe von 13,5 Mio. Euro. Hintergrund sind anhaltende wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten, die zunehmend auch die Wirtschaft in der Region beeinflussen. Zudem war im Vorjahr ein positiver Sondereffekt enthalten: 40 Mio. Euro aus der Auflösung von § 340f‑HGB‑Reserven, die dem harten Kernkapital zugeführt wurden und das Vergleichsniveau entsprechend erhöhten.

Ungeachtet dieser Rahmenbedingungen zeigt sich die Ertragskraft unseres Hauses weiterhin robust. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit gezielt genutzt werden, um das Eigenkapital durch weitere Zuführungen zum als Kernkapital anerkannten Fonds für allgemeine Bankrisiken nachhaltig zu stärken. Damit wurde eine wichtige Grundlage für Stabilität, Zukunftsfähigkeit und weiteres Wachstum geschaffen.

Zuversichtlicher Ausblick

Die weitere Entwicklung des Finanzsektors und damit auch das geschäftliche Umfeld unserer Bank wird in den nächsten beiden Geschäftsjahren entscheidend von der weltwirtschaftlichen Entwicklung, dem zukünftigen Zinsniveau, den geopolitischen Unruhen und dem daraus resultierenden konjunkturellen Verlauf in der Eurozone und Deutschland beeinflusst.

Im vorliegenden Jahreswirtschaftsbericht für 2026 erwartet die Bundesregierung für das Jahr 2026 einen moderaten Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 1,0 Prozent. Für den Jahresverlauf 2026 wird weiterhin mit einer konjunkturellen Erholung gerechnet, die vor allem von einer stärkeren binnenwirtschaftlichen Dynamik – bei gleichzeitig etwas nachlassenden außenwirtschaftlichen Belastungen – getragen wird. Vor allem von den wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung dürften dabei spürbare Wachstumseffekte ausgehen; sie dürften für sich genommen rund zwei Drittel Prozentpunkte zum BIP‑Zuwachs 2026 beitragen.

Die oben genannten Herausforderungen wollen wir angehen und unsere Zukunft aktiv gestalten. Wir setzen dabei weiterhin auf das regionale Geschäftsmodell und wollen unsere Marktposition durch Aktivitäten im Bereich der umfassenden Kundenbetreuung und -beratung festigen. Wir sind derzeit hinsichtlich unserer Ertragslage im Vergleich zu anderen Genossenschaftsbanken in Baden-Württemberg überdurchschnittlich aufgestellt, um die strukturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern. Bestandsgefährdende Risiken für unser Haus sehen wir in absehbarer Zeit nicht. Die klare Fokussierung auf genossenschaftliche Werte, wirtschaftliche Stabilität, qualifizierte Mitarbeitende, regionale Verantwortung und innovative digitale Lösungen bildet das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft.

Gewinnverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von 9.430.723,22 Euro – unter Einbeziehung eines Gewinnvortrags von 1.068,61 Euro (Bilanzgewinn von 9.431.791,83 Euro) – wie folgt zu verwenden:

Gewinnverwendung
EUR
Ausschüttung einer Dividende von 4,0 %3.410.861,68
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage3.010.000
b) Andere Ergebnisrücklagen3.010.000
Vortrag auf neue Rechnung930,15
Summe9.431.791,83

Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der Vertreterversammlung am 29. Juni 2026.

105.311 Menschen waren im Jahr 2025 Mitglied bei unserer Volksbank. Damit profitiert jeder zweite Kunde von unserem Geschäftserfolg in Form einer Dividende.

Wir danken unseren Mitgliedern, unseren Kundinnen und Kunden, unseren Mitarbeitenden sowie unseren Partnern innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe für ihr Vertrauen und die gute Zusammenarbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ebenso bedanken wir uns bei unserem Aufsichtsrat für die jederzeit vertrauens- und verantwortungsvolle Zusammenarbeit.

Der Vorstand der Volksbank Mittlerer Neckar eG

Markus Schaaf,
Sprecher
Eberhard Gras
Thomas Krießler
Martin Winkler

Markus Schaaf

Sprecher
Verantwortlich für die Bereiche: Interne Revision, Unternehmenskommunikation, Gesamtbanksteuerung, Rechnungswesen, Organisation

Thomas Krießler

Verantwortlich für die Bereiche: Privatkunden, Rund um die Immobilie, Vertriebsmanagement

2 / 7